2009

Zukunft der Rehabilitation gestalten

Angesichts knapper Finanzmittel im Sozial- und Gesundheitsbereich und einer zu erwartenden zahlenmäßigen Zunahme von Behinderungen und chronischen Krankheiten im Zusammenhang mit der demographischen Entwicklung erscheint es heute wichtiger denn je, auf Prozesse bei der Gesetzgebung und Umsetzung der Gesetze konstruktiv-kritisch einzuwirken, um den Stellenwert der Rehabilitation und Teilhabe im System der sozialen Sicherung zu festigen und konsequent auszubauen.

Die DVfR wird die weitere Entwicklung der Rehabilitation unterstützen, indem sie auch in Zukunft nicht Interessen einzelner Gruppen vertritt, sondern entsprechend ihrer Mitgliederstruktur eine übergeordnete Plattform mit folgenden gemeinsamen Bezugspunkten bietet:
Akzeptanz der Inklusion, Gleichberechtigung und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderung, Begegnung auf gleicher Augenhöhe, Empowerment, Barrierefreiheit, Diskurs über optimale bedarfsgerechte Organisationsformen der Rehabilitation und schließlich ethische und sozialökonomische Fragestellungen nach der Rolle von Rehabilitation, Inklusion und Teilhabeförderung im Konzept einer sozialen Gesellschaft.

Die aktuellen Themen, mit denen sich die DVfR auf Tagungen, Workshops und in den Arbeitsausschüssen beschäftigt, sind vorrangig auf die Umsetzung und Weiterentwicklung des SGB IX und die Umsetzung der VN-Konvention gerichtet: berufliche Rehabilitation, Fortschreibung der ICF, geriatrische Rehabilitation, mobile Rehabilitation, unterstützte Kommunikation, Frühförderung für Kinder, Inklusive Schule, betriebliches Eingliederungsmanagement, integrierte Versorgungsstrukturen und Reha-Forschung.

Foto Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann

Innerhalb eines Jahrhunderts hat sich die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation von einem auf körperbehinderte Kinder und Jugendliche fokussierten Verband zu einer alle Gruppen und Aspekte des Rehabilitationssystems umfassenden Organisation gewandelt. Auch in ihrem zweiten Jahrhundert steht die DVfR zur Organisation des notwendigen Diskurses und zur Förderung der Zusammenarbeit allen zur Verfügung. Selbstbestimmung und umfassende gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sind ihre Leitziele.

Mit ihrem neuen Vorsitzenden Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann startet die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation ins Jubiläumsjahr 2009. Der Jubiläumskongress im April 2009 wird zukünftige Handlungsfelder beim Ausbau der Rehabilitation in den Blick nehmen.

„Zentrale Aufgabe der DVfR in den nächsten Jahren wird sein, die Zukunftsfähigkeit der Rehabilitation absichern zu helfen. Nur mit einem bedarfsgerecht ausgestalteten Rehabilitationssystem kann den zukünftigen Herausforderungen begegnet werden.“ (M. Schmidt-Ohlemann, 2008)

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