Jubiläumskongress der DVfR im April 2009 in Berlin

Rehabilitation für die Zukunft

Der zweitägige Kongress der DVfR zum Thema „Rehabilitation zwischen Tradition und Innovation – Herausforderungen heute und morgen“ am 23. und 24. April 2009 in Berlin war ein Höhepunkt im 100. Gründungsjahr der DVfR. Schon jetzt ist einzuschätzen – auch aufgrund vieler Rückmeldungen von Teilnehmern –, dass der Kongress die wesentlichen Rehabilitationsthemen aufgegriffen und viele richtungweisende Anstöße für die weitere Arbeit gegeben hat. Rund 300 Fachleute aus der Rehabilitation, unter ihnen viele Vertreter der Selbsthilfe und der Sozialverbände, haben teilgenommen und sich über die aktuellen Themen der Rehabilitation informiert und über zukünftige Aufgabenstellungen diskutiert.

Zum Auftakt gab Prof. Klaus-Dieter Thomann vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin an der Johannes Gutenberg-Universität, Mainz, mit seinem Vortrag „100 Jahre Deutsche Vereinigung - Schrittmacher und Begleiter der Rehabilitation“ einen interessanten Rückblick auf die Entstehungsgeschichte der Behindertenfürsorge und Rehabilitation von den Anfängen im 18. Jahrhundert über die wechselvolle Zeitgeschichte des 20. Jahrhunderts bis heute. Oft waren es engagierte Persönlichkeiten, die Anstöße für Rehabilitationskonzepte zur Überwindung gesellschaftlicher Probleme und der damit einhergehenden Notsituationen der Menschen gaben. Sie warben für einen breiten gesellschaftlichen Konsens über die Ausgestaltung des Rehabilitationssystems und organisierten den Austausch darüber seit 1909 unter dem Dach der Deutschen Vereinigung für Krüppelfürsorge (heute: Deutsche Vereinigung für Rehabilitation). Prof. Thomann schloss seine Ausführungen mit dem Hinweis, dass unsere Gesellschaft auch heute gut beraten ist, konsensorientiert Lösungen für die anstehenden gesellschaftlichen Herausforderungen mithilfe der Rehabilitation zu suchen.

In dem sich anschließenden Dialogvortrag zum Thema „Zukunft der Rehabilitation“ wurden die wesentlichen künftigen Herausforderungen umrissen. Dialogpartner waren Marion Rink, Vorstandsmitglied der BAG Selbsthilfe, und DVfR-Vorsitzender Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, Arzt für Orthopädie, Rheumatologie sowie für physikalische und rehabilitative Medizin. In Bezug auf die Frage, welche Leistungen Menschen mit Behinderungen und chronischen Krankheiten brauchen, mahnten sie an, das Schubladendenken zu überwinden. Die wichtigste Aufgabe bestehe darin, die Gesundheitsversorgung und Rehabilitation wohnort- und lebensweltnah besser miteinander zu vernetzen und für alle Bedürftigen verfügbar zu machen, und zwar immer im Hinblick auf den Erhalt oder die Wiedererlangung von Teilhabe. In ihren Ausführungen wiesen beide Referenten auch auf unterversorgte Bereiche der medizinischen Rehabilitation hin und skizzierten Schwerpunktaufgaben für die Rehabilitation in den kommenden Jahren.

Die Abendveranstaltung am ersten Kongresstag bot Gelegenheit für vielfältige Begegnungen und Gespräche im schönen Ambiente des Tagungshauses Hotel Aquino. Das kulturelle Programm gestaltete der Musik-Kabarettist René van Roll mit Liedern über (eigene) Rehabilitationserfahrungen – zum Nachdenken und zum Schmunzeln ­­– und mit begleitendem Klavierspiel. Den festlichen Charakter im Saal unterstrichen die schönen Blumenarrangements, gestaltet von Auszubildenden des BBW Südhessen.

Im weiteren Kongressverlauf hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich in 20 Workshops zu unterschiedlichsten Themengebieten der Rehabilitation auszutauschen. Am zweiten Kongresstag moderierte Carla Kniestedt, Journalistin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg, eine Diskussionsrunde zum Thema „Rehabilitation für eine zukunftsfähige Gesellschaft“. Gesprächspartner waren Horst Frehe, Andreas Kammerbauer, Dr. Herbert Rische, Prof. Dr. Rolf Rosenbrock und Prof. Dr. Dr. Paul W. Schönle.

Zum Abschluss des Kongresses dankte der Vorsitzende der DVfR, Dr. Matthias Schmidt-Ohlemann, allen Mitwirkenden und Teilnehmern für die intensive Beteiligung an den Diskussionen. Der Austausch über die fachliche und bedarfsgerechte Ausgestaltung der Rehabilitation unter den Stichworten „Teilhabe und Inklusion“ müsse ständig weitergeführt werden; dies sei ein Erfordernis der Zukunftssicherung. Dr. Schmidt-Ohlemann lud die Kongressteilnehmer ein, daran auch weiterhin mitzuwirken - die DVfR stelle dafür eine Plattform zur Verfügung.

In den nächsten Wochen werden die vielen Anregungen des Kongresses aufgearbeitet, um sie für die weitere Diskussion nutzbar zu machen. Die Beiträge des Kongresses werden in einem Kongressbericht in der DVfR-Buchreihe „Interdisziplinäre Schriften zur Rehabilitation“ voraussichtlich im 4. Quartal 2009 veröffentlicht.

Ausgewählte Beiträge (Powerpoint) und Berichte aus den Kongress-Workshops sind (bzw. werden in Kürze) hier im Downloadbereich veröffentlicht. Zu einer kleinen optischen Kongressnachlese laden die Fotos in der Bildergalerie ein.

 

Downloads:

Die Zukunft der Rehabilitation - ein Dialog
undefinedDr. Matthias Schmidt-Ohlemann und Marion Rink

Fotogalerie zum Jubiläumskongress

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