Grußwort

des Bundesvorsitzenden des Verbands Sonderpädagogik - vds e.V.
Stephan Prändl

Gesellschaftliche Teilhabe ist das Ziel

Foto Stephan Prändl; BundesvorsitzendeR des Verbands Sonderpädagogik - vds e.V.

Der Verband Sonderpädagogik e.V. bekennt sich in seinen Leitlinien (verabschiedet durch die Hauptversammlung 2001, Marburg) zu folgenden Grundsätzen:

„Lebensrecht und Bildungsrecht von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen gehören zu den Grundrechten, die vom Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (Vereinte Nationen 1948), der Salamanca-Erklärung (UNESCO 1994) sowie der Charta der Grundrechte der Europäischen Union 2000 garantiert sind. Sie verlangen Hilfen für Menschen mit Behinderungen sowie pädagogische Unterstützung zur Entfaltung der Persönlichkeit.

Pädagogische Förderung behinderter und von Behinderung bedrohter Kinder und chronisch kranker Jugendlicher und Erwachsener versteht sich als spezielle und intensivierte ganzheitliche pädagogische Hilfe in all jenen Fällen, in denen besondere Erschwernisse im menschlichen Lern- und Entwicklungsprozess bestehen. Sonderpädagogik umfasst in gleichem Maße präventive Unterstützung, Erziehung, Unterricht und Therapie, sowie nachgehende Begleitung.

 

Zentrales Aufgabengebiet von Sonderpädagogik war schon immer das Gestalten von Übergängen. Vor dem Hintergrund der Ratifizierung der UN Konvention durch Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel und der Hinterlegung der Ratifizierungsurkunde bei den Vereinten Nationen wird dies in Zukunft ein noch bedeutenderes Arbeitsfeld der Sonderpädagogik werden.

Vor allem im Hinblick auf die Individualisierung der Förderung in den Bereichen der medizinischen, schulischen und beruflichen Rehabilitation sind weitere Entwicklungen voran zu treiben. Der Verband Sonderpädagogik e.V. hat in seinen 2008 verabschiedeten Standards der sonderpädagogischen Förderung hier Mindeststandards für alle Bereiche der sonderpädagogischen Förderung festgeschrieben. Diese Standards dürfen nicht unterschritten werden.

Alle Wege der schulischen Rehabilitation, der medizinischen Rehabilitation und der beruflichen Rehabilitation müssen aus der Sicht des Verbandes Sonderpädagogik mit den notwendigen finanziellen und professionell personellen Ressourcen ausgestattet sein.

Inklusion braucht Professionalität

Jegliche Förderung und Unterstützung muss von der Selbstbestimmung und Mitbestimmung der Kinder, Jugendlichen und ihrer Eltern geprägt sein.

Bei jeder Fördermaßnahme muss der Paradigmenwechsel erfolgen, der da heißt: Vom Denken in „getrennten Zuständigkeiten“ hin zur „gemeinsamen Verantwortung“ aller Beteiligten.  „Besondere Kinder – Besondere Wege“ beschreibt das Programm, das unser Verband vertritt. Es kann kein „entweder oder“, sondern nur ein „sowohl als auch“ sinnvoll sein. Alle Diskussionen über Rehabilitation und gesellschaftliche Teilhabe müssen ihren Ausgang beim einzelnen Kind, Jugendlichen oder Erwachsenen haben, nicht in Systemfragen.

Der Verband Sonderpädagogik und ich als Bundesvorsitzender unterstützen alle Bemühungen, in diese skizzierten Richtungen weiterzuarbeiten und neue Entwicklungen voran zu treiben. Auf Bewährtes zurückgreifen und neue Wege suchen ist unser Ansatz. Auf diesem Wege müssen alle Beteiligten voran gehen, um eine Gesellschaft für alle zu schaffen.

Der Verband Sonderpädagogik – vds e.V. gratuliert zum Jubiläum und bedankt sich für die gute Zusammenarbeit auf diesem gemeinsamen Weg. Auch in Zukunft werden wir als Partner die Deutsche Vereinigung für Rehabilitation unterstützen und die gemeinsamen Herausforderungen angehen.

Mit freundlichen Grüßen

 

Stephan Prändl


Seite drucken