Grußwort
der Vorsitzenden der Bundesarbeitsgemeinschaft der Beruflichen Trainingszentren
Barbara Mikus

Zum hundertjährigen Jubiläum der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) übermittelt die Bundesarbeitsgemeinschaft der Beruflichen Trainingszentren (BAG-BTZ) ihre herzlichsten Glückwünsche. Mit den Glückwünschen verbunden ist der Dank für 100 Jahre geleistete Arbeit in der Entwicklung und Förderung der Rehabilitation behinderter und chronisch kranker Menschen, insbesondere in der Selbstbestimmung der Rehabilitanden und ihrer Teilhabe am Leben in der sozialen Gemeinschaft.
Die DVfR hat sich durch ihre Fachkompetenz und ihre Kooperationen zu nationalen und internationalen Organisationen einen Namen gemacht. Dank ihres Engagements hat sie in Politik und Gesellschaft wesentlich dazu beigetragen, dass ein neues Verständnis und eine Akzeptanz innerhalb der Gesellschaft für Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen geschaffen worden ist und den Weg für moderne Rehabilitationsformen geebnet. Dabei waren die Rahmenbedingungen für die DVfR in den letzten hundert Jahren nicht unbedingt als einfach zu bezeichnen. Umso mehr sind die Erfolge zu würdigen, die durch die Arbeit der Vereinigung in dieser Zeit entstanden sind.
In ihrem Jubiläumsjahr steht die DVfR neuen Herausforderungen gegenüber. Im Februar 2009 wurde das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen von Deutschland ratifiziert. Die von den Vereinten Nationen geforderte Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und deren selbstbestimmte und diskriminierungsfreie Teilhabe am gesellschaftlichen Leben wird von der DVfR bereits seit Jahren gefordert. Dass die formaljuristisch geschaffenen Voraussetzungen nun keine leeren Worthülsen bleiben, sondern von Politik und Gesellschaft in konkrete Maßnahmen umgesetzt werden, stellt die Mitglieder der DVfR als interdisziplinäres Forum für Rehabilitation vor neue Arbeitsaufgaben. Dabei schafft die derzeitige wirtschaftliche Lage und das damit einhergehende „neue“ Verständnis von personeller Arbeit indes nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, die bisher erreichten Ziele weiterhin umzusetzen und auszubauen. Statt beruflich integriert zu sein, befinden sich viele Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in der Situation der Erwerbslosigkeit. Arbeit bedeutet für sie jedoch weit mehr als eine reine Beschäftigungstherapie. Arbeit ist ein wesentlicher Bestandteil des Lebens; ihre Bedeutung für den Menschen geht weit über die Funktion einer reinen Tätigkeit zur Sicherung des Lebensunterhaltes hinaus. Sie ist identitätsstiftend und Basis für viele soziale Beziehungen. Die DVfR hat diese Signale bereits frühzeitig erkannt und engagiert sich national und international verstärkt für die Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen. Sie bietet einen optimalen Informationsaustausch zwischen den am Rehabilitationsprozess beteiligten Institutionen und zeigt aktuelle Entwicklungen und Trends in der Rehabilitation auf.
Für die Zukunft ist es der DVfR zu wünschen, dass die kommenden Jahre weiterhin so erfolgreich werden wie bisher. Für die Menschen in Deutschland ist zu hoffen, dass die DVfR ihr Engagement weiter ausbaut und so engagiert wie bisher umsetzt. Ihr Beitrag für die Gesellschaft und das politische Ansehen der Nation ist unerlässlich. Wir hoffen, dass dieses Engagement auch in Zukunft hinreichend gewürdigt wird und die DVfR in ihren Vorhaben auch die entsprechende Unterstützung findet. Die BAG-BTZ mit ihren Einrichtungen zur beruflichen Rehabilitation für Menschen mit psychischen Behinderungen wird als Mitglied in der DVfR weiterhin ihren Beitrag dazu leisten, dass die Gleichstellung behinderter und chronisch kranker Menschen weiter ihren Fortschritt nimmt.


