Grußwort
der beiden Vorstandsvorsitzenden der Josefs-Gesellschaft
Dr. Fritz Krueger und Dr. Theodor Michael Lucas

Als Partner aus Gründungszeiten gratuliert die Josefs-Gesellschaft der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation (DVfR) ganz herzlich zu 100 Jahren Einsatz für Menschen mit Behinderungen.
Ein Jubiläum ist immer ein Anlass die eigene Geschichte zu betrachten und die erreichten Erfolge zu feiern – aber auch in die Zukunft zu schauen. Als 1909 die deutsche Vereinigung für Krüppelfürsorge gegründet wurde, war noch nicht zu erahnen dass wir 100 Jahre später auf eine derart bewegte und erfolgreiche Geschichte zurückblicken werden.
Prägend bei der Gründung war die Einbeziehung verschiedenster Professionen: Geistliche, Pädagogen, Ärzte und Vertreter aus Wirtschaft und Politik arbeiteten eng vernetzt für die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen.
Der Begriff des Netzwerkes ist relativ modern, der interdisziplinäre Ansatz ist jedoch seit den Anfangstagen in der Struktur der DVfR verankert.
So schrieb Prälat Peter Josef Briefs: „Viele der erfolgreichen Körperbehinderten verdanken den Bemühungen der Orthopädie und dazu der Wirkung einer zielgerichteten Pädagogik einen großen Teil ihrer Leistungsfähigkeit.“
Der Krüppelführer, 1932
Eine der wichtigen Paradigmenwechsel in jüngerer Vergangenheit war die partnerschaftliche Einbeziehung der Menschen mit Behinderung in dieses Netzwerk der Experten - das Empowerment.
Empowerment verlangt von uns den Menschen mit Behinderung nicht mehr in eine „Schutzhaft der Nächstenliebe“ zu nehmen, sondern ihn zu befähigen, selbstständig Angebote zu bewerten und wahrzunehmen.
In der Zukunft wird das Netzwerk größer werden. Die Komplexität der Aufgaben im Bereich der Rehabilitation steigt. Mit der Nachkriegsgeneration kommt, auch dank der Fortschritte der Medizin und Pflegetechnik, nun erstmals in Deutschland eine gesamte Generation von Menschen mit Behinderungen ins Rentenalter. Bei vielen Menschen erhöht sich im fortschreitenden Alter der Assistenzbedarf. Das Innovationstempo steigt und die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern sich.
Diesen demographischen Entwicklungen muss in innovativer, konzertierter Weise begegnet werden. Auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene gilt es Netzwerke zu nutzen um Menschen mit Behinderungen nachhaltig Dienstleistungen in höchster Qualität anbieten zu können.
Wir in der Josefs-Gesellschaft freuen uns in der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation eine verlässliche Plattform zu haben.
Dr. Theodor-Michael Lucas Dr. Fritz Krueger


