Grußwort
der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen
Karin Evers-Meyer

100 Jahre DVfR – das ist wahrlich ein Grund zum Feiern. Seit 100 Jahren ist die DVfR ein kompetenter Ansprechpartner für behinderte Menschen selbst und für politische Akteure gleichermaßen. Im Mittelpunkt der Arbeit steht der Austausch, über aktuelle Entwicklungen im Rehabilitationsbereich ebenso wie über notwendige Umgestaltungen im System. Insofern ist es nicht überraschend, dass auch im Mittelpunkt des 100-jährigen Jubiläums der Austausch steht.
Das umfangreiche Programm spiegelt die gesamte Bandbreite der Themen wieder, die behinderte Menschen in Deutschland derzeit beschäftigen. Es spiegelt damit auch die UN-Behindertenrechtskonvention wieder, die seit dem 26. März 2009 für Deutschland verbindlich ist. Es ist ein Programm, das alle Punkte enthält, mit denen wir uns in den nächsten Jahren verstärkt beschäftigen müssen, wenn die Forderungen der UN-Konvention Realität werden sollen. Wir müssen uns der Herausforderung stellen, den Bedürfnissen behinderter Menschen in allen Altersstufen und in allen Lebensbereichen gerecht zu werden – eine qualifizierte inklusive Beschulung behinderter Kinder, die freie Wahl des Wohnortes, die Möglichkeit, eine Beschäftigung auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden und auszuüben, die Möglichkeit, ein Persönliches Budget zu nutzen oder sich bewusst dagegen zu entscheiden. Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und gesellschaftliche Teilhabe ist neben umfassender Barrierefreiheit die bestmögliche Versorgung mit Hilfsmitteln, Therapien und Rehaleistungen – kurz: ein qualifiziertes und bedarfsgerechtes Rehabilitationssystem.
Diese Rahmenbedingungen zu schaffen ist ein Arbeitsauftrag, der gleichermaßen an alle gesellschaftlichen Akteure geht – an die Institutionen und Verbände behinderter Menschen ebenso wie an die Politik. Ich bin froh, auf diesem Weg nicht nur eine so engagierte und kompetente Organisation wie die DVfR an meiner Seite zu wissen, sondern auch die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dieses Kongresses, die alle angesprochenen Themen diskutieren und mit ihren Beiträgen sicherlich wichtige Anstöße zur Konkretisierung der Handlungsaufträge geben.
Ich gratuliere der Deutschen Vereinigung für Rehabilitation auf diesem Wege herzlich zum 100-jährigen Jubiläum und wünsche Ihnen allen eine interessante Tagung und spannende Diskussionen!
Herzliche Grüße
Karin Evers-Meyer


